Hampi - Karnataka / Südindien

Die Informationen zu diesen Orten, die auf den Reiserouten liegen, sind begrenzt auf die Themen der Reise. Ich habe vor allem die einzelnen Kraftorte beschrieben, neben einigen geschichtlichen Fakten. Natürlich gäbe es noch viel mehr zu erzählen über diese Städte und Dörfer, doch das würde zu weit führen. Mir ist hier vor allem der spirituelle Aspekt dieser Plätze wichtig.

Route 1: „Kraftorte in Südindien“

Route 2: Von Südindiens Ost – zur Westküste

Route 3: „Buddhistische Klöster im Westhimalaya“

 

Route 1: „Kraftorte in Südindien“

Auroville

Auroville wurde 1968 gegründet und geht auf die Idee einer "universellen Stadt" von Sri Aurobindo zurück. Seine Schülerin Mira Alfasa, genannt "The Mother", hat diese Idee mit einigen Pionieren in die Tat umgesetzt. Es entstand ein grünes, sehr kreatives, spirituelles und wirtschaftlich autarkes Paradies an der Ostküste Südindiens, am bengalischen Meer. Mittlerweile leben ca. 2000 Menschen aus aller Welt in Auroville. Das Einkommen stammt aus ökologischer Landwirtschaft, Kunsthandwerk, alternativen Technologien, Bildungs- und Entwicklungsprojekten und zwei alternativen Computersoftware- Unternehmen. Solaranlagen und Windmühlen versorgen den gesamten Komplex mit natürlicher Energie und das Wasser gelangt durch Pumpen, die von Windturbinen angetrieben werden an die Oberfläche. Auroville hat eigene Schulen, einen Kindergarten, ein Gesundheitszentrum und sogar ein Haus, in dem behinderte Kinder aus den indischen Nachbardörfern gefördert werden.
Das ganze Areal ist spiralförmig angelegt, die Mitte dieses kleinen Universums bildet das Meditationszentrum Matri Mandir, wie eine Sonne, zu der alle Wege führen.

Matri Mandir:

Matri Mandiroder auch „Haus der Mutter“ ist ein Meditationszentrum, das für Jeden offen steht nach vorheriger Anmeldung. Es befindet sich eine Kristallkugel in der Mitte des Meditationsraumes (70cm Durchmesser aus Jenaer Glas), die die Weltgrößte ihrer Art sein soll.

Erde aus 126 Ländern und  23 indischen Bundesstaaten wurde hier symbolisch zu-
sammengetragen und in eine Urne getan, die den Mittelpunkt eines Atriums bildet.
Das Visitor`s Center, neben der Kommune Bharat Nivas, zeigt eine Dauerausstellung zur Geschichte und Philosophie des Ortes.

Sri Aurobindo (1872 – 1950) war Politiker, Philosoph, Yogi und Guru. Er besuchte Schulen in England und organisierte ab 1906 den Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft. Später zieht er sich aus der Politik zurück und entwickelt den „integralen Yoga“. 1914 begegnet er der Mutter „Mira Alfassa“, die ihn als ihren Meister anerkennt. Es entstand das Modell einer friedlichen, schöpferischen und spirituellen Weltgemeinschaft in der „Stadt der Zukunft“ Auroville (u.a. mit der Unterstützung der Unesco)

Pondicherry

Pondicherry war die Hauptstadt Französisch - Indiens. Der bengalische Philosoph und Guru Shri Aurobindo Ghose, der im 19. Jh führend im Befreiungskampf gegen die Briten war, nahm dort Zuflucht. Sein Ashram wurde einer der Bekanntesten in Indien. Besondere Verehrung wird hier dem Samadhi Sri Aurobindos zuteil, von dem eine ganz spezielle Karft ausgeht.
Sonst ist Pondicherry eine charmante Stadt, in der es katholische Kirchen, franz. Straßennamen und Polizisten mit Schirmmützen im da Gaulle-Stil gibt. Die Strandpromenade mit seinen Cafès und Bars und auch der Botanische Garten mit über 900 verschiedenen Büschen und Bäumen sind sehr einladend.

Chidambaram

ChidambaramIn Chidambaram steht einer der wichtigsten Shiva-Tempel Indiens, der Sabhanayaka-Nataraja-Tempel, der Einzige, in welchem Shiva als Nataraja, als kosmischer Tänzer verehrt wird. Hier tanzt er seinen Tanz der Schöpfung und Zerstörung und auch der Akasha-Lingam , der Lingam zum Element Himmel / Äther, in welchem alle 4 weiteren Elemente enthalten sind, hat hier seinen Platz. Es ist einer der kraftvollsten Shiva-Tempel, die ich bisher erleben durfte und einer der Wenigen, in welchem Gott Shiva und Vishnu gemeinsam verehrt werden. Mehr zur besonderen Verbindung dieser beiden Götter findest du im Abschnitt Hinduismus.

Er wurde im 12. Jh erbaut, einige Teile stammen aber schon aus dem 10. Jh. Der Haupteingang im Osten ist mit den 108 Stellungen des klassischen Tamil-Tanzes verziert. Shivas kosmischer Tanz versinnbildlicht die 5 Tätigkeiten der Schöpfung (die dröhnende Trommel), Erhaltung (das fest auf der Erde stehende Standbein), Zerstörung (der Weltbrand aus dem Feuerball), Illusion (der Zwerg Muyalaka zu seinen Füßen) und schließlich Friede und Befreiung (erhobene Hand). Bei seinem kosmischen Tandava-Tanz hat er die Welt zerstört und neu erschaffen.

Im NO liegt ein „Raja Sabha“ (Königshalle) mit 1000 Säulen, die aber nur an Festtagen und für Hochzeiten geöffnet ist. Links davon befindet sich das „Shivaganga“ (Tempelbecken), in dem Gläubige sich waschen. Der Shivaganga-Teich wird von 7 natürlichen Quellen gespeist.

Die heiligsten Schreine sind die Kanaka Sabha und Chit Sabha. Die Chit Sabha beherbergt die Bronze-Statue von Nataraja und seiner Gefährtin Shivagamasundari. Llinks von Nataraja trennt ein aus Blättern des  Bilvabaumes gefertigter, Shiva geweihter Vorhang den machtvollsten Raum ab. Darin befindet sich Shiva als die unsichtbare Form des Akasha-Lingams., des "Himmels-Lingams". Das Element Himmel gehört zu Shiva, denn es ist so unendlich wie er.
Wir dürfen gegen eine Gebühr von 100 RS in den heiligen Raum direkt vor der Statue eintreten und uns dort segnen lassen. Die Energie ist dort so stark, das sie körperlich spürbar ist.

Löwen auf den Säulen des Tempels sollen das Chola-Imperium symbolisieren und an den Schutzheiligen des Tempels erinnern. Die Cholas erwählten Shiva als ihren Lieblingsgott und krönten hier einige Könige. Der legendäre König Hiranyavarman soll von Kashmir aus eine Wallfahrt hierher unternommen haben, um durch ein Bad im Shivaganga-Tempelteich von der Lepra geheilt zu werden. Zum Dank lies er die Tempelanlage erweitern und brachte auch 3000 Brahmanan der Dikshitar-Kaste mit, deren Nachkommen bis zum heutigen Tag die Tempelrituale leiten. Jetzt arbeiten noch ca. 300 Priester hier. Er ist der einzige Tempel ganz Indiens, der nicht der Kontrolle des indischen Staates unterliegt. Sogar Indira Gandhi wurde einmal nicht in den Tempel gelassen.

Tiruvannamalai

Tiruvannamalai zählt zu den 5 heiligsten Städten in Tamil Nadu.

ArunachalaWikipedia: Im Hinduismus gilt der Arunachala als heiliger Berg.. Seine Bedeutung übersteigt in Südindien noch die des Kailash. Arunachala gilt als Manifestation des Gottes Shiva, während Shiva am Kailash nur wohnen soll. Die Stadt Tiruvannamalai gilt deshalb als Pilgerstadt. Einer Legende nach soll auf diesem Berg Shiva in Form eines feurigen Linga den Göttern Brahma und Vishnu erschienen sein. Auf diese Legende bezieht sich auch der Name des Berges, der als „Hügel des Lichts“ oder „Hügel der Morgenröte“ übersetzt werden kann. In Erinnerung an das Erscheinen von Shiva auf dem Gipfel als Feuersäule, feiern die Gläubigen in einer Vollmondnacht Ende November/Anfang Dezember auf dem Gipfel und im Tempel am Fuße des Berges ein großes Fest, das Dipam. Dabei werden große Mengen Öl und Ghee auf den Gipfel getragen und im Moment des Sonnenunter- und des Mondaufgangs ein Feuer entfacht.

Dieses riesige Feuer, das noch tagelang lodert, ist und in einem Umkreis von 20 km zu sehen. Es symbolisiert die Erfüllung von Shivas Versprechen, jedes Jahr zu erscheinen, um mit Hilfe des Feuers die Kräfte der Dunkelheit und Unwissenheit zu besiegen. Mehr zu Shiva in Bereich Hinduismus.

Eine Wanderung um den Berg oder ein Aufstieg verbindet ebenfalls mit der kraftvollen Energie dieses Ortes. In der indischen Tradition nennt man die Umrundung von kraftvollen Plätzen und Tempeln „Pradakshana“ – dabei zieht man die Energie des Platzes magnetisch an und kann sich damit verbinden. In Tiruvannamalai, im Arunchaleshwara Tempel finden wir den „Feuer-Lingam“, einen der 5 Elemente-Lingas in Südindien.

Sri Ramana MaharishiSri Ramana Maharishi wählte diesen Ort für seine 23-jährige Meditation in einer Höhle an einer Seite des Hügels. Es lohnt sich unbedingt, diese Höhle zu besuchen, sie birgt eine starke Energie, genauso wie Ramanas Grabstätte (Samadhi) im Gelände seines Ashrams. Sri Ramana Maharshi empfahl allen Suchenden die Erforschung des Selbst durch die Frage „Wer bin ich?“ zu üben.

Sofern Sie anwesend ist, können in Tiruvannamalai eine heilige Frau besuchen, die seit vielen Jahren schweigt und fast täglich einen öffentlichen Darshan (Segen) gibt: Shiva-Shakti-Amma. Die Begegnung mit ihr haben schon viele Reisende als sehr herzöffnend erlebt.

Kanchipuram

Das ganze Mittelalter hindurch war sie königliche Hauptstadt und ist auch heute noch eine der 7 heiligsten Stätten Indiens, sowohl für Shiva - als auch für Vishnu - Anhänger. Unter der Pallava-Dynastie war Kanchipuram ein bedeutendes Lehrzentrum der buddhistischen, jainistischen und hinduistischen Kultur! Es gibt Tempel aus der Pallava-Zeit (5. – 9. Jh) bis ins 17. Jh.

Der Größte ist der Ekambareshvara Tempel, ein Shiva Tempel, der einen 60 m hohen Eingangsturm (Gopura) besitzt. Der Haupttempel enthält einige Pallava-Arbeiten, ist aber überwiegend zwischen dem 16. und 17. Jh. errichtet worden. Im offenen Hof gibt es eine „Tausend-Säulen Halle“, deren Steinsäulen wie Jungfrauen, Tiere und Götter geformt sind.. Die Halle blickt auf das Wasserbecken im Norden und das Heiligtum im Westen, das den Erd-Shiva-Lingam enthält, einen der 5 heiligsten Lingams in Südindien.

Tirupati

Hanuman TempelEinige Persönlichkeiten hatten spirituell einen großen Einfluss auf Indien und sind besonders mit den Orten Tirupati, Kalahasti und Penukonda, aber auch z.T. mit Hampi verbunden:

1. König Krishna Deva Raya. Er regierte Vijayanagar (jetzt Hampi) zu seiner Blütezeit, erbaute und stellte während seiner Amtszeit 365 Tempel in ganz Südindien fertig. Er gründete den Tempel in Tirupati und hatte seinen Sommerpalast in Penukonda (der Ashram meines Lehrers Sri Kaleshwar, beschützt von einem heiligen Berg und einem riesigen Sri Chakra Yantra, das in den Erdboden eingelassen wurde in alter Zeit).

2. Adi Shankaracharya 788 - 820, ein großer Heiliger Indiens, der auch als der Erneuerer der vedischen Tradition bekannt ist.

Auf dem Weg nach Erlösung räumt Shankara der spirituellen Erkenntnis den höchsten Stellenwert ein: „Man mag die heiligen Schriften hersagen und den heiligen Geistern Opfer bringen, man mag die Riten ausführen und Gottheiten verehren, doch solange der Mensch nicht zur Erkenntnis seiner Identität mit dem Atman erwacht, kann er niemals Befreiung finden - selbst nicht nach Hunderten von Zeitaltern“.

Shankara betont die Eigenverantwortung und die Erlösungsfähigkeit des Menschen: „Die Ketten, die uns durch unsere Unwissenheit binden, durch lustvolle Begierden und die Früchte unseres Karmas, kann niemand lösen außer uns selbst“. Er weist auch darauf hin, dass intellektuelles Streben ohne spirituelle Dimension nicht ausreicht: „Das Studium der Schriften ist fruchtlos, solange Brahman nicht erfahren wird“. !!

Adi Shakaracharya hat das Sri Chakra Yantra (die heilige Geometrie der Erde, der göttlichen Mutter) manifestiert. Dieses Sri Chakra hat er in die Erde im Venkateshwara-Tempel eingelassen. Es soll jeden segnen, der diesen Ort besucht. Er soll es auch in Kalahasti „installiert“ haben.

3. Jesus. Es gibt einige Bücher mit Dokumentationen über das Leben Jesu in Indien, so z. Bsp. von Swami Kaleshwar über Jesus Wirken und Wissen, das er aus den alten Palmblattbüchern übersetzt, selbst anwendet und von seinen Erfahrungen berichtet. So hat Jesus auch in Penukonda gelebt und soll mit einigen indischen Heiligen nach Tirupati gezogen sein.

Tirumala

Tirumala ist ein Ort auf den Vyenkata Hügeln in einer Höhe von 840m, Vyenkateswara bedeutet „Der Herr von Vyenkatachala“. Der Tempel befindet sich auf der Spitze von 7 aneinander gereihten Hügeln, auch genannt Seshachalam Hügel. Die Statue von Lord Venkateshwara in Tirupati ist wohl der größtes Kraftort in Indien. Täglich besuchen ihn ca. 25.000 Menschen. Diese Statue wurde in der Natur so gefunden, nicht von Menschenhand erschaffen. Man sagt, das ein Gott in diesem Stein lebendig ist. Diese göttliche Seele heißt Lord Venkateshwara.

Geschichte

Die exakte Zeit, in der der Tempel gegründet wurde, ist unbekannt, nach Aussagen der Tempelgeschichte  jedoch vor ca. 2000 Jahren. Aber es war erst zur Zeit der Vijayanagara Dynastie im 15. Jh, als der Tempel die Anerkennung bekam und die Beiträge zu fließen begannen. 1517 ermöglichte Krishna Devaraya, der wichtigste König der Vijayanagar Dynastie, mit einer Spende von Gold und Schmuck den inneren Schrein. Die Statuen von Krishna Devaraya und seiner Gattin stehen im Gelände des Tempels. Viele Heilige haben den Schrein in den Jahren besucht und Lord Venkateshwara angebetet. Adi Shankaracharya (9. Jhd) gab das 1. Sri Cahkra auf dem Planeten zu Füßen der Venkateshwara Statue.

Sri Kalahasti

Sri Kalahasti liegt 30 km nordöstlich von Tirupati. Die Stadt hat ihren Namen nach dem Shiva-Tempel bekommen. Der Fluss Suvarnamukhi fließt im Westen des berühmten Tempels. Im Inneren des sehr langen Tempels gibt es den Shiva-Lingam, der das Element Luft repräsentiert. Um den Lingam herum brennen ständig Flammen, die flackern, obwohl kein Luftzug dort sein kann.

Der Tempel wurde 1516 gebaut von König Krishnadevaraya. Ein Teil des Tempels ist aus der Seite eines großen Steinhügels herausgeformt. An manchen Stellen dient der Hügel als Tempelwand. Der Tempel soll auch verbunden sein mit den Planeten Rahu und Ketu (aufsteigender und absteigender Mondknoten).

„Adi Shankarajarya“ war vor langer Zeit in Sri Kalahasti und lies seinen Kristalllingam dort, der als sein „Seelenobjekt“ bekannt ist. Der Tempel wurde nach 3 Tieren benannt, die Shiva dienten: Eine Spinne, eine Kobra  und ein Elefant. Nördlich des Tempels liegt der Durgamba Hügel.

Hampi

Hampi„Einen Ort wie Bidjanagar hat das Auge nicht gesehen und keines Menschen Ohr hat je davon gehört, das es in der Welt Ähnliches gibt...Die Basare sind ungeheuer lang und breit...Überall werden Rosen verkauft. Dieses Volk könnte ohne Rosen gar nicht leben und die Menschen betrachten sie als genauso lebensnotwendig wie Essen...Männer jeden Berufes und Standes haben Läden, einer neben dem anderen; die Juweliere verkaufen öffentlich in den Basaren Perlen, Rubine, Smaragde und Diamanten. In solch angenehmer Örtlichkeit wie auch im Palast des Königs sieht man zahlreiche fließende Bäche sowie Kanäle, die aus Stein gehauen sind, poliert und glatt...Die Bevölkerung dieses Reiches ist so groß, dass es unmöglich wäre, eine Vorstellung davon zu vermitteln, ohne ausführlich zu werden.“
Abdu`r-Razzaq, persischer Botschafter 1443

Zwischen dem 14. und 16. Jh war dies die mächtigste Hindu-Hauptstadt. (Reisende aus dieser Zeit berichten von Märkten, die von Seide und Edelsteinen überquollen, von wunderschönen juwelenbehangenen Kurtisanen, reich geschmückten Palästen und rauschenden Festen.) Ihre Glanzzeit erlebte die Stadt unter Herrschaft von König Krishna Deva Raya (1509-29), als sie praktisch das Monopol über den lukrativen Handel mit arabischen Pferden und indischen Gewürzen besaß, der in den Küstenhäfen abgewickelt wurde.

1565 ließ sich der Herrscher Rama Raya, nachdem er sich in die Belange hiesiger Moslemreiche eingemischt hatte, in eine 100 km weiter nördlich stattfindende Schlacht gegen ein Bündnis mehrerer Sultane verwickeln und die Stadt blieb ungeschützt zurück. Unter den Hindu-Streitkräften gab es mehr als 10.000 Moslems, 2 Generäle desertierten und das Heer geriet in Verwirrung. König Rama Raya wurde ermordet, einigen Angehörigen gelang die Flucht aus Vijayanagar mit allen Reichtümern. Die Stadt wurde 6 Monate von Moslems belagert und anschließend geplündert.

Lotus MahalDie meisten Baudenkmäler sind in schlechtem Zustand, dennoch liegt ein Zauber über dem Ort, der schon vor dem Bau der Stadt ein heiliger Platz war. Einige wichige Gebäude sind der Virupaksha-Tempel, der Shiva-Tempel am Ende von Hampi Bazar, der Vitthala-Tempel (Vishnu-Tempel) und das Lotus Mahal, das Haus der Königinnen.

Zu Zeiten der Vijayanagar-Könige des 13. Jh stand der Tempel im Mittelpunkt des Stadtlebens. Er bildete das Zentrum der Stadtversammlungen, der Bildung, des Tanzes und Theaters. Die Vijayanagars erweiterten frühere Bauwerke, indem sie Höfe ummauerten, Versammlungshallen, Elefantenställe, Bühnen für Musik und Tanz sowie Hallen für Hochzeitszeremonien erschufen. Becken, die sowohl als Wasserreservoir, als auch als Waschbereiche dienten, wurden hinzugefügt. Sie fanden auch bei Festen Verwendung, wenn Götterstatuen in Booten, von schimmernden Öllampen umgeben, auf dem Wasser treiben gelassen wurden.

In Hampi gibt es einige kleine, unscheinbare, aber starke Kraftplätze in der Natur.

 

Route 2: Von Südindiens Ost – zur Westküste

Auroville, Pondicherry, Chidambaram

wie in Route 1

Kumbakonam

Kumbakonam war im 9. Jh. die Hauptstadt des südindischen Cholareiches. Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Kaveri und Arasalar. Nach den alten Mythen landete hier der Nektartopf (kumbha) mit dem Trank der Unsterblichkeit, nachdem er vom heiligen Berg Meru im Himalaya fortgeschwemmt wurde. Shiva zerstörte den Topf mit einem Pfeil und formte aus den Scherben des Topfes einen Lingam, der heute im Zentrum des Kumbareshwara Tempels steht. Er ist deshalb einer der heiligsten Shiva-Tempel Indiens. Der Nektar ergoss sich in 5 weiteren Orten, die im Umkreis von Kumbakonam zu finden sind und von den Pilgern besucht werden, bevor sie den Kumbareshwara Tempel betreten. Es ist sinnvoll, den Tempel möglichst morgens während eines Abisheks oder einer Puja zu besuchen. Während dieser Rituale ist die Energie noch stärker. Kumbakonam ist auch ein wichtiger Pilgerort. Aller 12 Jahre pilgern Millionen Menschen zum Mahamaham Tempelteich, der sich laut einem Mythos an einem bestimmten astrologischen Tag mit heiligem Ganges-Wasser füllen soll.

Thanjavur

Thanjavur - Brihadishwara TempelThanjavur war vom 9. - 13.Jh. die Wahlhauptstadt der Chola-Dynastie. Die drawidischen Könige machten den Hinduismus über die Grenzen Indiens bekannt und verbreiteten seine Kunst und Kultur von Madurai bis zum Mekong, Sri Lanka, Teile Sumatras, den Malediven und Java. Thanjavur war die Hauptstadt der zu dieser Zeit machtpolitisch und kunsthistorisch bedeutendsten Land- und Seemacht Südostasiens.

Aus der Zeit der Chola-Reiche sind noch ca. 100 Tempel erhalten, wobei der Brihadishwara Tempel in Thanjavur der Schönste und am besten Erhaltene sein soll. Er wurde 1010 von König Rajaraja in Auftrag gegeben und gilt als Höhepunkt der Chola-Tempelarchitektur. Der gelbbraune Sandstein leuchtet morgens und abends besonders schön. Hier ist der Mittelturm (Vimana) höher als die Gopuras. Der Schlußstein über dem Vimana-Turm soll 80 Tonnen wiegen. Außerdem steht hier der 3.größte Nandi  und der mit 3,5 m höchste Lingam Indiens. Der Lingam heißt „Adavallan“ und ist mit 5 vergoldeten Naga (Cobra) – Köpfen an der Spitze verziert. Die Priester müssen das Abishek (Waschung) mit Milch und Ghee und das Schmücken mit Blumen von einer Empore aus durchführen. Wir können das Abishek morgens 8.00 besuchen.

Die Inschriften am Sockel des Hauptschreines sind sehr detailreich. Da steht, das 400 Tänzerinnen „Devadasis“ (Sklaven der Götter) fest angestellt waren und Jede ein eigenes Haus erhielt in einem eigens für die Tänzerinnen angelegten Stadtviertel. Außerdem arbeiteten weitere 200 Tempeldiener hier: Tanzlehrer, Musiker, Schneider, Töpfer, Wäscher, Goldschmiede, Zimmerleute, Astrologen, Buchhalter und Bedienstete, die für Rituale und Prozessionen gebraucht wurden. Es steht auch geschrieben, das die Städte des Reiches Kühe und Büffel für die Butterlampen zur Verfügung stellen mussten und Kampfer, Kardamomöl und andere Duftstoffe für das Badewasser der Götter.

Shiva BronzekunstThanjavur ist außerdem das Zentrum der Bronzekunst in Indien. Diese Handwerkskunst ist seit dem 13. Jh, erhalten und wird in den Familien weitergegeben.

Chettinad

Herrenhaus in KanadukathanDie Region Chettinad ist ein ländliches Gebiet, einige verschlafene Dörfer in denen prachtvolle Herrenhäuser aus dem 19. Jh. verlassen vor sich hinträumen. Ein Spaziergang durch das Dorf Kanadukathan ist wie eine Wanderung durch eine alte, romantische Filmkulisse, irgendwie unwirklich und schön. Hier ist die ursprüngliche Heimat der Chettiars, einer Händlerkaste, die im 19.Jh. durch Geschäfte mit Birma und Indonesien zu Reichtum gelangt ist. Sie lebten oft in den Ländern, investierten das Geld aber in der Heimat und bauten ihren Familien kleine Landschlösser mit Teak aus Birma, Marmor aus Italien und belgischem Glas. Es ist ein faszinierender Stilmix aus traditionellem Tamilisch und Art Deco. Viele Gebäude in den Dörfern stehen jetzt leer und verfallen, wei die Familien in den Städten wohnen. Einige sind jedoch zu wunderschönen Hotels ausgebaut worden.
Wir werden in einem dieser Hotels für eine Nacht wohnen, mit Fahrrädern das Dorf erkunden, eine Weberei besuchen und Chai am friedlichen Dorfplatz trinken.

Periyar Wildlife Nationalpark / Thekaddy

Periyar Wildlife NationalparkNach so viel Kultur und kraftvollen Tempeln werden wir nun die schöne Natur in den Westghats erleben, dem großen, langgezogenen Gebirge an der Westseite Indiens. Hier regnet sich der Monsun zu einem großen Teil ab, sodass es im östlichen Teil Südindiens oftmals zu Dürrezeiten kommt. Die Westghats allerdings sind durch das feuchtwarme Klima sehr reich an tropischer Flora. Hier wachsen die Gewürze: Pfeffer, Nelken, Muskat, Ingwer, Kurkuma, Vanille, Zimt und auch Kaffee. Der Kardamom sprießt hier wie der Bärlauch im Leipziger Auenwald – der ganze Boden ist damit bedeckt, weshalb diese Gegend auch die „Kardamom-Hills“ genannt wird. Wir werden natürlich einen Gewürzgarten besuchen. Außerdem werden wir kilometerlange Landschaften mit Teeplantagen sehen.

Der Periyar Wildlife Nationalpark ist mit seinen 777quadratkilometern Fläche und dem schönen See das bekannteste Naturschutzgebiet Südindiens. Hier leben Bisons, Sambharhirsche, Wildschweine, Languren, wilde Elefanten, Lippenbären, Leoparden, Dekkan-Rothunde, ca. 50 Tiger und ungefähr 275 Vogelarten (Kormorane, Eisvögel, Kolibirs, Fischadler...).

Wir werden hier eine halbtägige Floßfahrt unternehmen und so hoffentlich Tiere bei der Tränke beobachten können. Während der 3-stündigen Wanderung im Park können wir die Natur noch näher erfahren. Es ist ein wunderbares Erlebnis, in der Morgensonne still durch die üppige Natur zu laufen und die Fülle dieser zauberhaften Landschaft in sich aufzunehmen.

In dem kleinen Ort Thekaddy am Eingang zum Nationalpark haben wir unser Gästehaus Green View – direkt an einem großen Garten mit viel Vogelgezwitscher. In Thekaddy können wir uns verwöhnen mit ayurvedischen Massagen, können bei einem Kochkurs die südindische Küche kennenlernen und eine Kathakali-Tanzvorstellung genießen.

Die Backwaters

Hausboot auf den BackwatersNach 3 Tagen fahren wir weiter durch Teeplantagenberge- und täler an die Westküste Südindiens. Auch hier erwartet uns beeindruckende Natur, die Backwaters. Hier mischen sich die Flüsse der Westghats mit dem salzigen Wasser des Arabischen Meeres und lassen eine einzigartige Landschaft entstehen. Das fast 2000 km große Gebiet wird durchzogen von einem ausgedehnten Netz an Flüssen und Kanälen, die schon seit Jahrhunderten als Handels- und Verkehrswege genutzt werden.

Hausboot innen auf den BackwatersEs sind wirklich paradiesisch schöne Wege, gesäumt mit üppigem Grün, Palmen und Reisfeldern. Die Kinder werden mit Booten zur Schule gefahren, die Bauarbeiter transportieren ihr Material ebenfalls mit dem Boot und wir Touristen genießen in den schönen, strohgedeckten Hausbooten einfach nur die herrliche Landschaft. Diese Hausboote sind kleine, schwimmende Hotels aus Holz und Stroh. Es gibt Doppelzimmer mit eigenem Bad und im 1. Stock eine große Tafel, an der für uns Lunch, Dinner und Breakfast serviert wird. Wir erleben diese Schönheit und diesen Luxus für einen Nachmittag und eine Nacht und erreichen am nächsten Morgen 9.00 wieder den Ankerplatz in Allepey.

Cherai Beach

Cherai BeachUnsere letzte Station ist Cherai Beach, ein Urlaubsort am Arabischen Meer unweit von Kochi. Nachdem wir so viel Schönes, Kraftvolles und Erstaunliches in Tamil Nadu und Kerala erlebt haben, werden wir uns mit einigen Tagen Yoga und Ayurveda Gutes tun und zur Ruhe kommen. Die Dachterrasse unsere Gästehauses ist der ideale Ort für unsere morgendlichen und abendlichen Yogastunden. Wir haben im Westen den Blick auf das Meer und im Osten den Blick auf einen See hinter Palmen. Wir können die Landschaft in diesen 6 Tagen mit Fahrrädern, Booten und Kamelritten am Meer erkunden oder einfach nur entspannt am Strand liegen und uns eine Ayurveda-Massage gönnen.

 

 

Route 3: „Buddhistische Klöster im Westhimalaya“

Mandi und der Rewalsar See

Mandi, die ehemalige Hauptstadt eines Rajputen-Fürstentums, bedeutet ganz einfach „Markt“. Hier verzweigte sich die Karawanenroute von Tibet über Ladakh, Lahaul und Kullu ins indische Tiefland. Die Stadt liegt zu Füßen der Sivalik-Berge und der Fluss Beas fließt durch Mandi.  An seinen Ghats halten Sadhus ihre Gebete und hier können wir auch einige Tempel besuchen: einen Shiva-Tempel, Hadimba- Devi-Tempel, Boothnath-Tempel und einen Triloknath-Tempel.

Rewalsar See

An diesem heiligen See begegnet uns zum 1. Mal die enge Verbindung zwischen Hinduismus und Buddhismus in dieser Region des Himalaya. Der See ist ein Wallfahrtszentrum für 3 Glaubensrichtungen: Buddhisten können hier die Fußspuren Padmasambhavas, eines Begründers des tibetischen Buddhismus bewundern und ein Gebet im Kloster halten. Der große hinduistische Gelehrte und gleichzeitig buddhistische Lehrer soll hier seine Fußabdrücke in den Höhlen der Umgebung hinterlassen haben, die auch für Meditationsretreats genutzt werden.

Die meist verehrte Gompa (Kloster) ist die Tso-Pema Ogyen Heruka Gompa. Hier steht ein Baum, den der Dalai Lama 2 Jahre vor seinem Exil aus Tibet gepflanzt hat. Hindus verehren den See, der für den Weisen Lomas angelegt und mit Wasser aus den heiligen Flüssen Ganges und Yamuna gefüllt wurde. An seinem Ufer wurden 3 kleine Tempel für Krishna, Shiva und Lomas errichtet. Der 10. Guru der Sikhs, Guru Gobind Singh, besuchte Rewalsar, um hier mit einigen lokalen Herrschern zu verhandeln. 1930 wurde ein Gurudwara (eine Gebets- und Schulstätte der Sikhs) für ihn errichtet, um seines Besuches zu gedenken.

Prashar Lake und Kullu Valley

Der Prashar See ist wunderschön gelegen an einer Nebenstraße zwischen Mandi und  Bajaura. Sofern die Straße trocken ist, können wir ihn besuchen und uns mittags einige Stunden an der Natur erfreuen. Direkt am See dürfen wir auch den pagodenförmigen Prashara-Tempel (ein Holztempel) bewundern. Es geht dann weiter durch das Kullu-Tal nach Manali.

Das Kullu-Tal vom Fluss Beas geformt, gehört zu den beliebtesten Reisezielen Nordindiens. Es erstreckt sich über 80 km bis Manali. Die Flussniederungen werden gesäumt von den Bergketten Dhauladhar und Pir Panjal. Das Tal wird unter dem Namen „Kulluta“ als Wirkungsstätte der Götter und Heiligen in den Epen Ramayana und Mahabharata mehrfach erwähnt.

Zur Geschichte: Kurz nach der Zeitenwende konnte sich ein Fürst aus Haridwar gegen die Herrschaft der Thakur aus Spiti durchsetzen. Er erkor die Muttergottheit Hadimba Devi als Schutzgöttin des Tales. Im 16. Jh. übernahmen die Sikhs das Königreich und Raja Jagat Singh übereignete des Tal dem Gott Vishnu in Gestalt Ramas und sah sich selbst als Stellvertreter dieses Gottes

Besonders hervorzuheben ist das Dushera-Fest, durch das das Kullu Valley auch den Namen “Tal der Götter” bekam. Es soll das volkstümlichste Fest Indiens sein. Gefeiert wird es im Oktober nach dem Monsun und dauert 7 Tage. Mit Dushera feiert man Ramas Sieg über den Dämonenkönig Ravana. In Kullu verbrennt man aber nicht, wie sonst überall in Indien, Bilder von Ravana und seinen Brüdern. In Kullu werden anlässlich von Dushera die Götterfiguren aus allen umliegenden Tempeln zum Festplatz getragen. Mehr als 200 Götter sind es, die in Kulu dem Gott Raghunathji (eine Verkörperung Ramas) aus dem Tempel Raghunathpura huldigen. Das Fest kann aber erst dann enden, wenn die mächtige Göttin Hadimba, Schutzpatronin der Rajas von Kulu, aus Manali ankommt. Die Stadt Kullu liegt 1200 m hoch.

Naggar

Früher war Naggar einmal die Hauptstadt des Kullu Valley und die Burg das Hauptquartier der Rajas. Dieses malerische alte Fort ist rings um einen Garten gebaut und außen rundum mit Veranden verziert, die einen herrlichen Blick in das Tal ermöglichen. Im Innenhof steht ein kleiner Tempel. In ihm findet sich eine Stein-Tafel, auf der von einer Legende berichtet wird, der zufolge das Fort von wilden Bienen hierher getragen wurde. Auch rings um das Fort stehen einige Tempel. Der Shiva-Tempel aus grauem Sandstein von Gauri Shankar liegt am Fuß des kleinen Basars unterhalb der Burg und stammt aus dem 11. oder 12. Jahrhundert.

Weiter oberhalb des Tempels liegt der pagodenartige Tripura Sundrari Devi-Tempel, einer der 8 noch erhaltenen Holztempel der Region. Noch höher findet man dann den Murlidhar Krishna-Tempel auf einer Klippe hoch über Naggar.

Ebenfalls hoch am Berg oberhalb des Forts liegt die Roerich Gallery. In diesem schönen alten Haus werden Kunstwerke von Professor Nicholas Roerich und Sohn ausgestellt. N. Roerich verstarb im Jahr 1947. Der Platz, an dem das Haus steht, ist einmalig. Man hat von hier herrliche Ausblicke über das Tal. 100m  oberhalb gründete er das „Uruswati Himalayan Folk Art Museum".

Manali

Rotang PassManali liegt 2.050 m hoch am oberen Ende des Kullu Valley und ist mit ca. 30.000 Einwohnern der bedeutendste Erfholungsort des Tales.
Durch Manali führt die zweite Straße vom indischen Tiefland in die Hochgebirgsregionen Spiti, Lahaul, Zanskar und Ladhak und somit ist dies der wichtigste Ausgangspunkt für Reisen in diese Gebiete.

Früher ein kleines Dorf, ist es nun zu einer vielfältigen Stadt herangewachsen. Das schöne, traditionelle Dorf Old Manali hat seinen Charme erhalten können. In den alten Straßen und Gärten gibt es einige nette Cafes und Restaurants zum Entspannen. Hier stehen auch die beiden wichtigsten Heiligtümer des Ortes: der Manu-Rishi-Tempel und der Hadimba Devi-Tempel. Der Holztempel für Hadimba Devi wurde 1553 in einem Zedernwald gebaut und besitzt sehr schöne Schnitzereien.

Ghatotkach, der Sohn von Hadimba und Bhima wird in Form eines heiligen Baumes in der Nähe des Tempels verehrt. Die Dorfbewohner opfern hier Messer, Ziegenhörner und Zinnbildchen.

Der Manu-Maharishi-Tempel: Nach einer Sage im indischen Nationalepos Mahabharata, ging Manu, sozusagen der hinduistische Noah, mit seinem Boot hier an Land, um das menschliche Leben neu zu erschaffen, nachdem die Welt in den Fluten untergegangen war.  Manu („Mensch“) ist im Hinduismus der Stammvater der Menschen und gilt als mythischer Verfasser des indischen Gesetzbuches Manusmriti. (vielleicht kommt daher auch „Manuskript“?)

Wenn man durch Manali-Stadt, die übrigens für indische Verhältnisse sehr sauber ist, auf der Mall entlang schlendert, kommt man am anderen Ende zum buddhistischen Kloster „Himalayan Nyinmapa“, sowie zur traditionelleren „Gelupka Cultural Society Gompa“. Hier gibt es auch eine kleine Werkstatt, in der tibetische Teppiche hergestellt werden.

Rotang PassVashist ist ein kleines Dorf auf der anderen Talseite. Es soll recht verräuchert sein von den Travellern, die der Marihuana-Anbau der Umgebung anzieht. Doch ein Ort der Entspannung, den wir nutzen sollten, sind die heißen Quellen von Vashist. Neben den öffentlichen Bädern gibt es hier auch ein paar schöne Häuser aus Holz und Stein mit Schnitzereien und natürlich einige Tempel mitten im Dorf. In den Sportzentren kann man sich Trekking, Bergsteigen und Rafting organisieren lassen. Das Rafting, das ich beobachtet hatte, sah eher kümmerlich aus. Dafür sind aber sicherlich die Trekking-Touren hier großartig.

Wir sollten auch das Dorf Solang Nullah, 11 km nördlich von Manali, besuchen. Es soll ein Wanderparadies mit wunderbaren Bergkulissen und ein Paragliding-Zentrum sein.

51 km nördlich von Manali liegt der 3.978 m hohe Rotang Pass. Von hier aus hat man einen wirklich umwerfenden Blick auf die umliegenden Berge, das Hochtal von Lahaul und den Beginn des Spiti Valleys.

Keylong

GebetsmühlenKeylong ist die Hauptstadt von Lahaul und liegt auf 3350m im grünen Bhaga-Tal direkt an der Überlandstraße von Manali nach Leh in Ladakh. Als „Hauptstadt“ von Lahaul ist sie trotzdem ein Dorf in diesem karg besiedelten Land. Doch es gibt ein „Lahaul & Spiti Tribal Museum“ und ein „Tibetan Centre for Performing Arts“ hier und vorallem kann man von hier aus herrliche Wanderungen in die umliegenden Berge und zu den zahlreichen Klöstern unternehmen.

3 km oberhalb von Keylong wurde im 17. Jh. das Shashur Gompa von einem Mönch aus Zanskar erbaut im Auftrag eines Königs aus Bhutan. Die Wandmalereien hier sollen bedeutend sein, allerdings ist dieses Gompa mittlerweile geschlossen und öffnet nur noch an Festtagen. Sicherlich können wir die Mönche, die in Keylong leben bitten, sie für uns kurz zu öffnen.

In 5 km Entfernung können wir allerdings schon das nächste Kloster bestaunen:  das Gungshal – Gompa. Hier soll 747 v. Chr. Der Heilige Padmasambhava durch Meditation magische Fähigkeiten erreicht und den tantrischen Buddhismus gelehrt haben. Ein Zeichen der Verbindung zwischen Hinduismus und Buddhismus ist auch, das in nahezu jedem Kloster im Himalaya die hinduistische Gottheit Kali zu finden ist. In diesem Kloster soll eine schöne Kali aus schwarzem Stein und einen Buddha aus Holz stehen.

alter GebetsraumMit einer 2-stündigen Wanderung über den Fluss und den Berg hinauf erreichen wir das 900 Jahre alte Khardung Gompa, das auf Stelzen stehen soll. Die heutige neuere Anlage hat Lama Norbu 1912 gegründet.

Für die ganz fitten Bergwanderer gibt es eine schöne Strecke links vom Kloster beginnend zum 4.200 m hoch gelegenen Rangcha-Gali-Pass. Dieser Weg soll allerdings sehr steil sein, aber von zahlreichen Chörten gekrönt und man wird belohnt mit einem umwerfenden Blick auf die 6000 ender Gipfel Lahauls. Diese Strecke ist also nur für sehr geübte Bergwanderer zu empfehlen, denn in diesen Höhen wird die Luft schon sehr dünn. Für ganz normale Reisende ist sicherlich auch schon die Wanderung zum 6 km enfernten Tayul-Gompa ein schöner Weg.

Die Bewohner von Lahaul und Spiti praktizieren eine tibetische Form des tantrischen Buddhismus. Der Tagesablauf der Mönche und Lamas ist bestimmt von komplizierten  Regeln und Ritualen, außerdem schmücken sie die Dämonen und Heiligen sehr reichhaltig aus und gestalten die Gompas sehr farbenfroh. Zwischen den Bewohnern dieser Region und den Ladakhis gibt es viele Ähnlichkeiten. Die Menschen von Spiti sind fast alle Buddhisten, während die Bevölkerung von Lahaul fast zur Hälfte aus Buddhisten und Hinduisten besteht.

Im Distrikt Lahaul sind 4 schmale Flusstäler beheimatet. Hier bahnt sich der Chandra („Mond“) seinen Weg durch das Gebirge, bevor er mit dem Bhaga zum Chenab-Fluss verschmilzt, der sich nach Westen durch das Chandrabhaga-Tal windet. Das Chandratal ist karg, das Bhagatal jedoch dichter besiedelt mit vielen Feldern.

Zu Lahaul gehört auch das unzugängliche und unbewohnte Lingti-Tal, in welchem der Indus sein Quellgebiet hat. Die Täler des Chandra, Bhaga und Chenab wurden schon früh besiedelt, auch von Tibetern. Im 5. Jh. kamen Gruppen von Zentralasien auf der Flucht vor den Hunnen hierher. Die Menschen leben hier von Viehzucht und dem Anbau von Kartoffeln, Weizen, Buchweizen, Gerste und Gemüse. Im Winter sinken die Temperaturen hier bis zu  - 40 °C. Die Strecke zwischen Manali und Leh ist 475 km lang und überwindet mehrere 5000 m hohe Pässe.